Konzept für den Freiday
An der Zinnowwald Grundschule Im Dritten Jahr
Stand: Mai 2026
Erarbeitet von Franziska Termühlen und Kerstin Raasch
„Alles ist drin“ – nach zwei sehr erlebnisreichen FreiDay Jahren trifft dieses Motto den Spirit unseres wöchentlich stattfindenden Lernformats. Getreu diesem Motto zogen wir gemeinsam mit unseren fünf Partnerschulen an einem heißen Julitag 2025 laut und fröhlich durch Zehlendorf, um auf die Nachhaltigkeitsziele aufmerksam zu machen. Einen gemeinsamen Abschluss bildete unser FreiDay Fest an der Mühlenau Grundschule. Auch hier wurde uns und den Kindern deutlich „MUT kommt von MACHEN“.
Ab dem Schuljahr 2025/26 geht unsere FreiDay Reise mit der gesamten Schulgemeinschaft weiter. Jede Woche Dienstag öffnen sich nun alle Klassen für vier Stunden, damit sich unsere Lernenden mit selbstgewählten Themen oder Angeboten zu den 17 Ziele der UN zum nachhaltigen Denken und Handeln beschäftigen.
Sowohl die Struktur als auch die Rituale, Räume und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern und Lernräumen wurden im zweiten Jahr von 15 Klassen entlang des Konzepts durchgeführt. Die Umsetzung der Projekte war für die Lernenden und Lehrenden neu, spannend und herausfordernd. Die Rolle, die die Kolleg:innen bei der Begleitung der Lernenden dabei übernehmen müssen, war anfangs oft ungewohnt, lehrreich, herausfordernd, manchmal überfordernd und häufig bereichernd. Auch im Laufe des zweiten Jahres sind alle am FreiDay Beteiligten gewachsen, so dass sich unser Konzept stetig weiterentwickelt und auch in diesem Schuljahr Anpassung findet. Im dritten Jahr des FreiDays steht die überarbeitete Struktur, die durch die Ausweitung des Lernformats auf die gesamte Schulgemeinschaft notwendig geworden ist, im Vordergrund der Entwicklung. Die Einrichtung von SDG- Zielräumen und der konkreten Zuordnung von Lehrpersonen bieten nun eine bessere Betreuung der Projektgruppen und unterstützen die Jahrgangsmischung.
Dabei steht bei den Teilnehmenden außer Frage, dass der FreiDay den Kindern schon im ersten und zweiten Jahr eine Vielfalt von Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht hat und die meisten ihr Tun als wertvoll, wichtig und sinnvoll erleben konnten. Das Scheitern oder eine Performanz, die nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, sind dabei ebenso unabdingbar wie der Mut, sich immer wieder auf neue Projekte einzulassen.
Betrachtet man einzelne Projekte der Lernenden wie zum Beispiel „die Büchertauschbox“, „die Gemeinschaftsinsel“, „das Benefiz-Fussballtunier“, „das Basketballtunier“, „die Igelhäuser“, „Die FreiDay Times“, „das Hochbeet“ oder auch die vielfältigen Herstellungs-/Verkaufs- und Sammelaktionen für die Berliner Tafel, die Stadtmission oder den Tierschutz u.v.a., so haben diese Projekte langfristige positive Auswirkungen auf die gesamte Schulgemeinschaft und deren Identität aber auch auf die nachhaltige Bildung unserer Lernenden. Die klassenübergreifenden Projekte und die Versammlungen haben unter den Klassen, die am FreiDay teilnehmen, ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl und eine neue schulische Identität entwickeln lassen.
Eine wesentliche strukturelle Komponente jedes FreiDays ist die Einführungs- und Abschlussphase, bei der unsere Lernenden ihre jeweiligen Aufgaben und Zielsetzungen versprachlichen, ihre Tätigkeiten und Projekte präsentieren, reflektieren und lernen einander auf wertschätzende Art und Weise Rückmeldung zu geben. Besonders in diesem Bereich können wir Pädagog*innen eine sehr positive Kompetenzentwicklung unserer Lernenden beobachten. Es ist erstaunlich wie angstfrei und selbstverständlich Präsentationen in der Klasse oder bei großen Versammlungen am FreiDay von den Kindern gehalten werden.
Die Vielzahl an durchgeführten Projekten im Sinne der nachhaltigen Entwicklung bei denen unsere Lernenden an Selbstkompetenz hinzugewonnen haben. Die konstruktive und intensive Zusammenarbeit im Pädagog*innen Team im FreiDay, die Öffnung der Schule nach außen sowie unseren Beobachtungen einer ausgeprägten Kompetenzentwicklung unserer Lernenden in verschiedenen Bereichen, lassen uns mutig und zuversichtlich in unser drittes FreiDay Jahr starten.
Lesen sie hier das detailierte Konzept
Bildung für nachhaltige Entwicklung und das Lernformat FreiDay
Der Aktionsplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) soll bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben. Dazu gehören Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, die Wertschätzung kultureller Vielfalt und der Beitrag der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung (vgl. Bundesministerium für Bildung). Dem entsprechend benötigen wir eine Lernkultur, die Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglicht und die den Kindern die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns vermittelt. Die Kultusminister Konferenz hat im Juni 2024 eine neue Empfehlung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule herausgegeben. Diese verdeutlicht ihre Forderung nach einer Neuausrichtung schulischen Lernens im Hinblick auf BNE (vgl. KMK 2024, S.2).
Dabei werden besondere Chancen für die Unterrichts- und Schulentwicklung gesehen, wenn sich BNE an den Interessen der Lernenden orientiert, diversitätssensibel, inklusiv, partizipativ, multiperspektivisch, interaktiv und zukunftsbezogen gestaltet werden (vgl. KMK 2024, S.8).
„BNE im Unterricht nutzt die Methoden und Arbeitsweisen der Fächer, zudem Projektunterricht, Zukunftswerkstätten, Szenario-Technik u. a. m. gehören. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbstbestimmtes, partizipatives, kollaboratives, konstruktives, forschendes, handlungsorientiertes, reflexives und diskursives Lernen in besonderer Weise unterstützen. Hierdurch wird neben kognitiven Lernprozessen auch das sozial-emotionale Lernen gefördert. Dieses ist angesichts von Zukunftsängsten von Kindern und Jugendlichen wichtig für den Aufbau positiver Selbstkonzepte“(KMK 2024, S.11).
Folgende Empfehlungen konkretisiert die KMK hierzu:

