Tanz-Theater-Projekte

TanzTheaterprojekte in der Schule
mit dem Aktionsteam „Schule und Bewegung“
der Tanztangente Berlin

Seit 2010 ist das Aktionsteam „Schule und Bewegung“ der Tanztangente Berlin unser Kooperationspartner.

Schwerpunkt der Arbeit an Schulen mit Kindern und Jugendlichen ist die Förderung von Kreativität und Eigeninitiative durch die Medien Tanz und Theater. Die Kinder lernen sich gegenseitig zu beobachten, aufeinander zu achten. Sie entdecken, dass es wichtig ist, zusammenzuarbeiten, aber auch anderen Raum zu lassen, weil sie am Ende des Projektes gemeinsam auf einer Bühne stehen.

Es geht auch darum, das Abstraktionsvermögen zu bilden. Ideen, Visionen, Gefühle, auch Texte können auf ganz unterschiedliche Weise körperlich und tänzerisch dargestellt werden. Durch die Mischung von Vorgaben und gezielten Improvisationen auf bestimmte Themen, kommen die Kinder und Jugendlichen zu Ausdrucksformen, die ihnen vorher meist unbekannt waren.

Das fördert und schult das Verständnis für die Kunstformen Tanz und Theater. Auch die Lehrkräfte werden in die Arbeit mit den Kindern eingebunden, z.T. aktiv und z.T. als Beobachter. Es gibt gemeinsame Reflektionen der Proben, Fragen zu den unterschiedlichen Themen und Improvisationen können gestellt werden. Die Lehrer bekommen die Chance, ihre Klassen und ihre Schüler aus ganz anderer Perspektive zu sehen.

Kinder lernen, dass man sich nicht nur über Sprache ausdrücken kann, sondern der Körper sehr viel zu sagen hat. Man muss nur lernen, die Körpersprache der Menschen um einen herum genau zu beobachten. Dadurch können Aktionen und Reaktionen der Umwelt besser eingeschätzt werden. Erfahrungsgemäß verändern die TanzTheaterprojekte sehr viel bei dem Einzelnen, fördern aber auch das Zusammenwachsen einer Gruppe oder einer Klassengemeinschaft.

Kinder, die als eher unbeliebt galten, haben häufig die Chance, ihre Rolle innerhalb der Klasse zu verändern und die „Stars“ können oftmals lernen, dass es sich auch gut anfühlen kann, nicht immer die Nr. 1 sein zu müssen, da das „Starsein“ auch häufig Stress und Druck mit sich bringt. In unseren Projekten achten wir deshalb sehr darauf, keine Hauptrollen zu vergeben, sondern motivieren die Kinder, je nachdem was der Einzelne in der Lage ist zu geben, über die eigene Grenze hinauszugehen. Diese Grenzen sind selbstverständlich individuell verschieden.

Der Ausdruck über den Tanz und das Theaterspielen, die Auseinandersetzung mit dem Körper wird von den Kindern und Jugendlichen als lustvoll und leidenschaftlich empfunden. Ganz nebenbei verbessern sich Koordination und Präzision von Bewegungen, was ein besseres Raumgefühl und einen größeren Überblick zur Folge hat. Die Bewegung wird nicht als sportliche Leistung oder Wettbewerb vermittelt. So wird ein anderer, meist freundlicherer Umgang mit dem eigenen, aber auch anderen Körpern gelernt. Die Kinder und Jugendlichen gehen erfahrungsgemäß offener und selbstbewusster aus diesen TanzTheaterprojekten hervor.
Schon während der Probenarbeit zeigen sich die Arbeitsgruppen gegenseitig ihre Ergebnisse. Hierbei wird gelernt, differenziert zu schauen und zu kritisieren, aber auch Kritik anzunehmen und dennoch zu seinem Produkt zu stehen.

Die Präsentation am Ende eines Projektes ist ein sehr wichtiger Faktor. Hier kommt es nicht darauf an, nur als Einzelner gut zu sein, sondern sich gegenseitig zu unterstützen, damit das Gesamtergebnis die Zuschauer – Mitschüler, Lehrkräfte und Eltern – fesselt und der gespendete Beifall verdient ist.

Nach diesen Kriterien, Einstellungen und Arbeitsweisen suchen wir auch die Künstler und KünstlerInnen aus, mit denen wir zusammen arbeiten. Es geht innerhalb dieser Projekte vor allem darum, gemeinsam mit den Schülern etwas zu erleben und über den praktischen Umgang Lust auf die Kunstformen Tanz und Theater und alles was dazu gehört zu machen.

 

Ein Weihnachtstraum – Tanz-Theater der Klasse 5b – 2018

In der Niemalsgasse im Nirgendshaus – Ein Tanz-Theater-Projekt der Klasse 4b mit „Meister Hora“ – 2019

Wie fühlt sich Zeit an? Wie schmeckt Zeit? Wie sieht Zeit aus? Wie reicht Zeit?

„Wenn ich gehetzt werde, spüre ich die Zeit. Die Zeit fühlt sich dann wild und schnell an, wie ein Wirbelsturm. So sehe ich sie auch. Die Zeit riecht morgens nach Zahnpasta und Schulbroten. Und sie schmeckt auch so.“

„Die Zeit ist etwas, was das ganze Leben lang etwas tut.“

„Wie etwas, was man schon immer berühren wollte …“

„Die Zeit fühlt sich manchmal lang oder kurz an, es kommt drauf an, in welcher Lage du bist.“

„Wenn man einen Mathetest schreibt, fühlt sich die Zeit ganz schnell an.“

„Zeit ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

„Manchmal schmeckt Zeit nach etwas Ekligem und manchmal nach etwas Angenehmem.“

„Wenn etwas ganz toll ist, schmeckt es süß. Wenn etwas doof ist, schmeckt es sauer. Wenn etwas spannend ist, schmeckt es nach Chips.“

„Das ist etwas Unbeschreibliches. Für mich sieht sie aus wie etwas leuchtend Grünes, also wunderschön.“

„Wiese im Sommer, so heiß, oder im Frühling frisch und alles blüht oder im Winter nach Holz, wenn man heizt.“

„Die Zeit, in der man z.B. seine Mutter besucht, die ganz weit weg wohnt, riecht alt und irgendwie schön.“

„Manchmal vergisst man die Zeit, die Zeit ist wie erloschen, die ist aus dem Kopf.“

„Es könnte ja auch sein, dass Zeit unsichtbar ist. Im Herbst hört sich Zeit nach knisterndem Laub an, im Winter nach knarzendem Schnee unter den Stiefeln und im Frühling  hört sich Zeit nach summenden Bienen an, die von Blume zu Blume fliegen.“

 

Fotos, aufgenommen vom Fotografen Andi Weiland für die BKJ: